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Maissilage – macht Shredlage für meinen Betrieb Sinn?

Wenn du zu den Milchviehbetrieben gehörst, die Maissilage einsetzen, hast du sicher schon von Shredlage gehört. Was ist das überhaupt und passt dieses Ernteverfahren auch zu deinem Betrieb?! In 2015/2016 kam der Trend der Shredlage aus den USA nach Deutschland rüber geschwappt und wurde in den einzelnen Regionen Deutschlands unterschiedlich stark beworben.

 

Was ist Shredlage überhaupt?

Shredlage unterscheidet sich von konventionell gehäckselter Maissilage durch zwei wichtige Punkte:

  • Die Häcksellänge liegt zwischen 20 und 30mm; dabei werden die Faser längs aufgefasert, um besser verdaulich zu sein.
  • Die Maiskörner werden durch den Shredlage Cracker nahezu alle vermahlen.

Die Idee zu Shredlage entstand, weil man versuchte energiearmes Strukturfutter wie z. B. Stroh in der Ration zu ersetzen. Die Maissilageanteile in den USA liegen oft höher als bei uns – nicht selten über 80 % der Ration. Die Zugabe von energiearmen Stroh ist dann nicht die passende Alternative, wenn energiereiche Rationen in der Milchviehfütterung angestrebt werden.

 

Ist Shredlage teurer?

Bei der Ernte wird durch die Häcksellänge ein höheres Volumen erzielt, was mehr Erntewagen und Raum beansprucht. Bei der Siloverdichtung muss ebenfalls noch sorgfältiger gearbeitet werden, weshalb oft zusätzliche Walzgeräte notwendig sind. Dadurch liegen die Erntekosten etwas höher.

 

Meine Erfahrungen:

Grundsätzlich ist es bei der Shredlage genauso wie bei der konventionell gehäckselten Maissilage: Egal was man macht – es muss richtig gemacht werden. Ich empfehle meinen Landwirten deshalb immer, dass sie während der Maisernte mit der Schüttelbox das Häckselergebnis konkret kontrollieren und auch bei Bedarf nachjustieren (z. B. wenn die Maiskörner nicht ausreichend aufbereitet sind). Kennst du den Trick? Nimm einen Wassereimer und lege 1 Kilo Maissilage hinein. Schaue dir dann die abgeschöpften Maiskörner an.

Durch den Trend der Shredlage, also feine Maiskörner und längere Häcksellängen, haben wir auch im konventionellen Maishäckseln dazugelernt. Mein, und der Anspruch der Betriebe, ist dadurch deutlich gestiegen.

Für Betriebe mit hohen Maissilageanteilen in der Ration (über 70 %) passt Shredlage oft gut. Besonders wenn ich als Betrieb in der Vergangenheit viel Stroh in den Rationen einsetzen musste, um den Kühen ausreichend Struktur zur Verfügung zu stellen.

Hier in Schleswig-Holstein verfügen die Landwirte aber oft über ausreichend Grünland, sodass sich kein Strukturmangelproblem in der Ration ergibt.

 

Was lässt sich bei Shredlage falsch machen?

Eine schlechte Shredlage wird von den Kühen aussortiert, wenn sie zu lang ist und lange Lieschen enthält. Die Struktur, die ich eigentlich einrechnen möchte, um Stroh zu sparen, wird von den Kühen nur hin und her geschoben und nicht aufgefressen. Der gewünschte Effekt verpufft, weil die Kühe selektieren können.

Wenn Shredlage geerntet wird, muss also darauf geachtet werden, dass die Häcksellänge passt, die Körner gut sind und der TS-Gehalt auch stimmig ist, da es gerade bei einem hohen TS-Gehalt noch schwieriger ist, die Silage zu verdichten.

 

Mögen Kühe Shredlage lieber?

Eine Kuh frisst Maissilage immer lieber als Stroh – aber es muss darauf geachtet werden, dass die Faserbestandteile nicht zu lang werden und dadurch aussortiert werden können. Deshalb unbedingt auf das Ausgangsmaterial achten: Was ist das für ein Mais, den ich häckseln will? TS-Gehalt? Welche Witterungsbedingungen sind gegeben?

 

Welche Häcksellänge ist bei Shredlage anzustreben?

In meiner Beratungsarbeit arbeite ich grundsätzlich mit der PennState-Schüttelbox. Anbei die Zielwerte für Shredlage:

  • Obersieb: 15-20 %
  • Mittleres Sieb: 55-60 %
  • Unten: 22-27 %
  • Boden: < 3 %

In der konventionellen Häcksellänge ist es dann etwas verschoben. Die unteren Bereiche unterscheiden sich nicht stark von der Shredlage, jedoch aber das obere Sieb.

Bevor ich mir die Frage stelle, ob Shredlage für meinen Betrieb Sinn macht, muss ich die Schüttelboxverteilung meiner Futtertischration kennen. Habe ich überhaupt ein Problem mit meiner TMR? Fehlt mir tatsächlich Struktur oder muss ich nur intensiver an meinem Fütterungscontrolling und der Trockenmasseaufnahme der Tiere arbeiten? Dann ist vielleicht mein Rookie4Feed Onlinekurs für dich geeignet!

Überprüfe also erst die aktuelle TMR, um zu sehen wie weit du von den Zielwerten entfernt bist. Vielleicht stellst du dann schon fest, dass die Werte gut passen.

 

Mein Fazit

Ob Shredlage zu dir und deiner Herde passt, hängt von deiner Fütterungsstrategie ab! Hast du tatsächlich ein Problem mit zu wenig Struktur in deiner Ration? Und wodurch wird es ausgelöst?

In den letzten Jahren haben meine Kunden im konventionellen Häckseln den Anspruch angehoben. Wir wissen jetzt, dass der Shredlage-Cracker die Körner mahlen kann – wieso kann ich das bei der konventionell gehäckselten Maissilage nicht auch haben?

Mittlerweile setzen viele Lohnunternehmer heute schon die Kundenwünsche sehr gut um. Neben der Häcksellänge lassen sich so auch die Vermahlungsgrade der Körner besser einstellen. Nur angeschlagen reicht heutzutage NICHT mehr.

Die mehrmalige(!) Kontrolle der Häckselqualität während der Ernte ist das Wichtigste! Nur so bekommst du die gewünschte Häckselqualität! Und besser lässt sich kein Geld verdienen!

 

Lade dir hier meine Checkliste zur Häckselqualität deiner Maissilage herunter!

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Viel Erfolg und eine erfolgreiche Maisernte.

Deine Denise

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